Fall 9 - 2015

 

Ameer, 3 Jahre, aus Bagdad (Irak)

Betreuungszeit:  Juli bis September 2015

Diagnose:           Dysplasie Perthes links (early-onset, AC27°, LCE 0°)

Therapie im Klinikum Bamberg, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie:

1. Acetabuloplastik (Pemberton-Osteotomie des Os ilium) mit Einbringung eines kortikospongiösen allogenen Spans

2. De-rotierende Varisations-Osteotomie intertrochantär mit Plattenosteosynthese

 

Vorgeschichte und Verlauf:

Der dreijährige Ameer konnte sich, seit er laufen lernte, nur hinkend fortbewegen. Er konnte nie so schnell laufen wie seine Altersgenossen, er litt bei jedem Schritt an starken Schmerzen im linken Hüftgelenk.

In Bagdad wurde bei einer Röntgenuntersuchung eine Hüftdysplasie links festgestellt. Eine adäquate medizinische Hilfe gab es dort allerdings nicht. Über die IPPNW Irak-Kinderhilfe erhielt die Familie Kontakt zum Verein "Erlangen hilft". Wie bei Abdullah aus Basra (Fall 7) erklärte sich auch diesmal Herr Dr. Jörg Harrer, Leiter der Sektionen Knochenerhalt/-rekonstruktion, Korrekturosteotomie und Endoprothetik an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Sozialstiftung Bamberg, bereit, unentgeltlich zu helfen. Die Krankenhaus-Kosten übernahm die Sozialstiftung Bamberg. Dass bei Ameer zusätzlich ein sogenannter Morbus Perthes, das heißt eine völlige Zerstörung des Hüftgelenks, vorlag, konnte erst durch eine weitergehende apparative Diagnostik im Klinikum Bamberg festgestellt werden.

Am 17.07.2015 wurde der hochkomplexe operative Eingriff durchgeführt. Mehrere Wochen lang lag Ameer geduldig in einem Gipskorsett im Bett, betreut von seiner Mutter und von ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins, allen voran Hr. Dr. Muhsin Billal, der selbst ehemals als Chirurg in Bamberg tätig war. In Abständen durchgeführte Röntgenkontrollen zeigten einen hervorragenden Verlauf.

Die ersten Schritte mit Krücken gelangen Ameer nur mit Überwindung großer Ängste, da er ja vorher immer nur mit Schmerzen laufen konnte. Bald waren alle Leiden und Schmerzen vergessen. Ameer reiste Mitte September glücklich und geheilt mit seiner Mutter nach Hause. Nach etwa einem halben Jahr konnte das Fremdmaterial operativ entfernt werden.

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