Fall 7 - 2013

Abdullah, 12 Jahre, aus Basra /Irak

Diagnose:

Zustand nach Verkehrsunfall mit sog. Komplexdeformität des linken Beins durch Verkehrsunfall mit Oberschenkel- und Unterschenkelbruch (proximaler Femur und Tibiakopf) im Alter von 7 Jahren

Therapie:

  1. Op: Verriegelungsnagel" am Oberschenkel am 10.06.2013
  2. Op: "Ringfixateur" am Unterschenkel am 25.06.2013
  3. Op: Metallentfernung am 11.10.2013

in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Bamberg (Chefarzt Prof. Dr. Wolf Strecker), Sektion Gelenkerhalt und -rekonstruktion (Leiter Dr. Jörg Harrer)


Betreuungszeitraum: Mai-Oktober 2013

Der zwölfjährige Abdullah aus Basra kam durch Vermittlung von Frau Dr. Eva-Maria Hobiger, Wien, über die Hilfsorganisation "Aladins Wunderlampe" zur Behandlung nach Deutschland. Im Alter von sieben Jahren war er bei einem Verkehrsunfall durch ein Motorrad schwer verletzt worden. Ein komplizierter Oberschenkelbruch wurde mit einer Platte geschient. Doch unter Belastung brach die Stahlplatte auseinander und der Oberschenkelknochen war in mehrere Fragmente zerbrochen. Nach Anlage eines äußeren Fixateurs war der Oberschenkelknochen dann sichelförmig zusammengewachsen.


Zur Korrektur kam Abdullah nach Deutschland. Es stellte sich hier aber heraus, dass durch einen zweiten, nicht bekannten Bruch des Schienbeinkopfes auch der Unterschenkel eine erhebliche Dreh-Deformität erlitten hatte, die weit komplizierter zu behandeln war als der Oberschenkel.


Auf der Suche nach Spezialisten für „Deformitäten-Korrektur“ – so der medizinische Fachbegriff für die Korrektur von Fehlstellungen, ist der Verein mit Dr. Jörg Harrer am Klinikum Bamberg, in Kontakt getreten. Seit April 2013 leitete er die Sektion "Gelenkerhalt und Rekonstruktion" der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie (Chefarzt Prof. Dr. Wolf Strecker) am Klinikum Bamberg. Prof. Strecker und Dr. Harrer setzten sich bei der Verwaltung des Klinikums, der Sozialstifung Bamberg, für diesen Jungen ein. Die Ärzte verzichteten auf ihr Honorar. Großzügig übernahm der Träger des Klinikums alle medizinischen Kosten und die Kosten der stationären Unterbringung.
Abdullahs Vater ernährt seine Familie als Taxi-Fahrer. Niemals hätte er die Kosten für die Behandlung in Europa aufbringen können.

Spezialuntersuchungen mit bildgebenden 3D-Verfahren waren nötig, um die Drehfehler an Ober- und Unterschenkel zu erfassen und zu berechnen. Im ersten Schritt wurde ein "Verriegelungsnagel" am Oberschenkel angebracht. Dieser wurde perfekt gerade. Die schwere Deformität des Unterschenkels musste in einem zweiten Schritt behoben werden. Hier wurde eine komplizierte Apparatur, ein "Ringfixateur" - mit computergesteuerten Einstellungen - eingesetzt. Danach dauerte es noch gut drei Monate, bis der Knochen verheilt war und das Metall entfernt werden konnte. Im Oktober 2013 reiste Abdullah zusammen mit seiner Mutter in seine Heimat zurück. Erstmals nach 5 Jahren des Leidens und der Schmerzen konnte er wieder normal gehen.

Zuwendungen durch die Gemeinde Uttenreuth bei Erlangen und Spenden beim Benefiz-Sängerfest „2. Tag der Musik in Uttenreuth“ haben neben privaten Einzelspenden die Hilfsaktion für Abdullah unterstützt. Eine Irakische Familie aus Fürth hatte Abdullah mit seiner Mutter während der ambulanten Phasen gastfreundlich bei sich aufgenommen.

 


 

Dankschreiben der Organisation im Wortlaut

Aladins Wunderlampe Deutschland e.V.
Bonn, am 18. November 2013

Sozialstiftung Bamberg
Klinikum am Bruderwald Verwaltung
Bugerstraße 80
D-96049 Bamberg
Abdullah Al-Kaabi, geb. 13.3.2001

 

 
Sehr geehrte Damen und Herren!
Seit etlichen Jahren arbeitet „Aladins Wunderlampe e.V.“ mit den Mitgliedern des Vereins „Erlangen hilft e.V.“ zusammen, um kranken Kindern aus der sehr armen Region des Südirak eine Chance auf Gesundheit zu geben. Mehreren Kindern aus dieser Region konnten wir dadurch zu einer normalen Kindheit verhelfen. Es ist nun ungefähr ein Jahr her, dass wir erstmals die Befunde von Abdullah an Frau Dr. Müller- Erhard vom Verein „Erlangen hilft e.V.“ geschickt haben. Ein Motorradunfall hatte seine unbeschwerte Kindheit im siebenten Lebensjahr beendet, seither konnte er sich nur mehr unter Schmerzen fortbewegen. Jetzt, ein Jahr später ist Abdullah von seinem 5monatigen Aufenthalt in Deutschland heimgekehrt und hat nun ein normales Leben vor sich – was er in erster Linie Ihnen zu verdanken hat.
Wir möchten uns bei Ihnen und bei Ihrem gesamten Ärzte- und Pflegeteam herzlich bedanken für die gute und hingebungsvolle Behandlung und Pflege von Abdullah während seiner stationären Aufenthalte und seiner Ambulanzbesuche. Der Bub hat bei Ihnen eine großartige Betreuung und Behandlung erfahren, darüber hinaus sind wir Ihnen natürlich sehr dankbar, dass Abdullah bei Ihnen kostenlos behandelt werden konnte.
Unser Helfer in Basra hat Abdullah nach seiner Rückkehr besucht (s. Fotos). Die ganze Großfamilie bedankt sich und schickt Ihnen herzliche Grüße und die allerbesten Wünsche! Auch von unserer Seite nochmals herzlichen Dank! 

 

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