Fall 6 - 2011

Ali, 9 Monate, aus Babylon/Irak

Diagnose
Dextra-Transposition der großen Arterien

  • Kleiner persistierender Ductus arteriosus Botalli
  • Zustand nach Ballon-Vorhof-Septostomie in Indien, septischer Schock mit Multiorganversagen

Therapie:

Operation: nach Senning (Vorhofumkehr) am 10.06.2010 in der Kinderherzchirurgie der Universität Erlangen (Leiter Prof. Dr. Robert Cesnjevar) und perioperative stationäre und ambulante Betreuung in der Kinderkardiologie der Universität Erlangen (Leiter Prof. Dr. Sven Dittrich)

Betreungszeitraum: Juni-Juli 2010 in Erlangen

Der 9 Monate alte Ali aus Babylon kam mit einem angeborenen schweren Herzfehler zu uns, nur 72 Zentimeter lang, 5,7 Kilogramm schwer, mit schwerer Sauerstoffnot, ein "blue baby". In Indien wurde am 18. Lebenstag eine Ballon-Perforation der Vorhofscheidewand durchgeführt, eine Notoperation, danach kam es zu einer Sepsis mit Organkomplikationen. Ali musste 5 Wochen lang beatmet werden, sein Leben hing am "seidenen Faden".


Aufgrund des kritischen Zustandes wurde die primäre Behandlungsoption (eine sogenannte arterielle Switch-Operation) aufgegeben, das Baby in die Heimat zurückverlegt. Auf Initiative des Frankfurter Kinderarztes Dr. Said-Falyh, der selbst gebürtiger Iraker ist, konnte Ali in Zusammenarbeit mit unserer Bürgerinitiative nach Erlangen gebracht werden. Prof. Dittrich äußerte im Vorfeld besorgt, "es grenze an ein Wunder, dass Ali noch lebt".
Hier konnte ihm das erfahreneTeam aus Kinderherzchirurgen, Kinderanästhesisten und Kinderkardiologen durch eine hoch komplexe Operation ein „zweites Leben“ schenken. Prof. Cesnjevar musste eine Methode (nach Senning genannt) anwenden, die sonst in Deutschland nicht mehr notwendig ist, da die Babys bei uns schon in den ersten Lebenstagen operiert werden können und die Anpassung der Herzkammern auf den veränderten Druck nach einer frühzeitigen Umstellung kein Problem darstellt.


Schon nach wenigen Wochen konnte die Mutter Erin mit einem gesunden Kind nach Hause zurückkehren. Sie bedankte sich bei einer abschließenden Pressekonferenz bei allen großzügigen Spendern für die Aktion "Kinderherz-Op" der Universiät Erlangen, die ihrem Kind zum Weiterleben verhalfen.


Solche Momente ermutigten den Unterstützerkreis zum Weitermachen. Mittlerweile war auch ein Netzwerk aus Menschen unterschiedlicher religiöser und kultureller Herkunft entstanden. Verständnis für die andere Kultur und Freundschaften waren gewachsen. 

 

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