Willkommen bei Erlangen hilft

Der gemeinnützige Verein "Erlangen hilft e.V." ging aus der Bürgerinitiative "Erlangen hilft Mustafa" hervor und wurde von Bürgern deutscher und arabischer Herkunft gegründet. Wir vermitteln Kindern und Jugendlichen aus Krisen-, Kriegs- und Katastrophengebieten medizinische Hilfe, wenn ihnen in ihren Herkunftsländern nicht geholfen werden kann. Wir suchen eine Behandlungsmöglichkeit in Erlangen oder in der Region und stellen Kontakte zu Spezialisten in den entsprechenden medizinischen Fachgebieten und den geeigneten Kliniken her. Wir kümmern uns um Dolmetscher, Visa und Unterkunft und betreuen die Kinder und ihre Begleitpersonen während ihres gesamten Aufenthalts.


Durch Zusammenarbeit mit weiteren Vereinen und Organisationen sowie engagierten Bürgern arbeiten wir daran, die humanitäre und medizinische Unterstützung für Kinder und Jugendliche aus Notstands-, Krisen- oder Kriegsgebieten in unserer Region auf eine breitere Basis zu stellen.


Die Tätigkeit aller Vereinsmitglieder ist ausschließlich ehrenamtlich. Der Verein ist auf Spendengelder und Unterstützung durch die behandelnden Ärzte und Klinikträger angewiesen.

 

Fall 14 - 2019, Haydar Karrar Qasim, 17 Monate, aus Nasiriya/Irak

Hayder Karrar QASIM, 17 Monate, aus Nasiriya/Irak

 

 

Diagnose:

Fallot‘sche Tetralogie, Herzektopie, Omphalozele (Cantrell Pentalogie)

Betreuung:

durch ehrenamtliche Mitglieder von "Erlangen hilft" vom 24.01.2019 bis 14.02.2019

Vermittlung:

durch Prof. Dr. Ulrich Gottstein, Dr. Jabbar Said-Falyh, IPPNW-Kinderhilfe Irak, Sitz in Frankfurt/M

 

Vorgeschichte und Verlauf:

 Karrer lebt mit seiner Familie in Nasiriya im Irak zusammen in der Wohnung seiner verwitweten Großmutter. Den Lebensunterhalt bestreitet die Familie mit Hilfe der Großmutter sowie dem Gehalt des Vaters, eines angestellten Taxifahrers. Die Mutter hat wegen der Kinder, Karrer und ihrer dreijährigen Schwester, ihren Schulbesuch unterbrochen. Der Junge erhielt bisher keine genaue Diagnostik oder operative Versorgung. Er konnte sich fast altersgerecht entwickeln und litt lediglich an einigen banalen Infekten. Durch die Vermittlung durch Dr. Jabbar Said-Falyh und unterstützt durch die IPPNW-Kinderhilfe kam das Kind zusammen mit der begleitenden Großmutter am 24.01.2019 in Frankfurt/M in Deutschland an. Die Betreuung vor Ort übernahm unser Verein „Erlangen hilft e.V.“.

Es folgte die geplante Untersuchung und Behandlung in der Kinderkardiologie (Prof. Dr. Sven Dittrich) und Kinderherzchirurgie (Prof. Dr. Robert Cesnjevar) der Universität Erlangen-Nürnberg. Geplante Korrektur im Rahmen der Aktion "Kinderherz-Op" der Kinderklinik.

Der erster Termin war am 25.01.2019 in der Ambulanz der Kinderkardiologie. Es wurde eine Herzechountersuchung und eine klinische Untersuchung durchgeführt. Diese erbrachte den Befund einer komplexen Herzerkrankung kombiniert mit großen Omphalozele, einer sog. Pentrell-Pentalogie. Ein zwischenzeitlicher respiratorischer Infekt (RSV) mit bakterieller Superinfektion verlangte eine stationäre Behandlung vom 26.01.2019 bis zum 31.01.2019 auf der Infektionsstation der Universitätskinderklinik. Aufgrund der Schwere des ungewöhnlichen Krankheitsbildes wurde das Klinische Ethikkomitee am 05.02.2019  durch ein interdisziplinäres Gespräch der behandelnden Ärzte und des Ethikteams in Anwesenheit des Kindes mit Einbeziehung von Großmutter und der Vertreter von "Erlangen hilft" mit einbezogen. Es folgte eine eingehende und sorgfältige Aufklärung der Eltern nach Maßgabe des Konsensus aus dem interdisziplinären Gespräch in mehreren Telefonaten seitens der Kinderkardiologie und des Vereins "Erlangen hilft" über hohe, unvorhersehbare Risiken der nötigen, mehrzeitig vorzunehmenden korrigierenden Eingriffe sowie über eine nicht absehbare lange Behandlungsdauer, u.U. bis zu zwei Jahren Trennung von der Familie.

 

Die Eltern entschieden am 12.02.2019, einem langwierigen und risikoreichen operativen Verfahren derzeit nicht zuzustimmen.

Karrer musste deshalb leider am 13.02.2019 die Rückreise nach Frankfurt mit  Rückflug am 14.02.2019 nach Bagdad antreten.

Der Verein "Erlangen hilft" übernahm die Kosten und die soziale Betreuung während des dreiwöchigen Aufenthalts von Großmutter und Kind (Wohnen, täglicher Bedarf, Reisezuschuss).

Wir wünschen ihm und seiner Familie von Herzen alles Gute und bedauern sehr, dass wir Karrer nicht helfen konnten!

 

 

 

 

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